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Dirk Kelm
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Bio
Die Frage nach dem Stil.
"Was für Musik machst du", ist die häufigste Frage, der ich in Bezug auf meine eigene Musik begegne. So verständlich diese Frage auch ist, sie stellt einen immer vor Probleme. Was will man jetzt von mir hören? Erwartete Antworten könnten aus der Kategorie "Rock, mit einflüssen von ... " sein. Aber was erklärt das schon? Das man sich stilistisch irgendwo bei Soundso hinstellt, weil man dem anderen sonst lang und
breit erklären muss wie denn der eigene Anspruch und die eigene Position zur eigenen Musik genau aussieht, wofür die meisten, die diese Frage stellen, keine Zeit und/oder keine Lust haben. Die grösste Gefahr dabei aber ist, das man, sollte man auf diese Frage eine Antwort derart geben wie oben erwähnt, sich in eine Ecke stellt, aus der man nur schwer bis garnicht herauskommt. Erschwerend kommt, jedenfalls für mich, hinzu, das ich selbst diese Antwort so nicht geben kann, da ich selbst nicht an einen Song herangehe
in dem ich vorher weiß wie das Ergebnis am Ende aussehen soll. Vielmehr ist es auch für mich eine Entdeckungsreise in die eigene Kreativität. Das heißt dann aber, ich weis garnicht so genau ob das jetzt eher diese Art von Musik ist oder irgendeine andere. Es ist eben meine. Was nicht heisst, das ich der Supererfinder bin, der jeden Tag einen neuen Musikstil kreiert, sondern, das ich über diese Frage eben nicht nachdenke, nicht nachgedacht habe oder was auch immer. Für mich ist es eben so wie es ist,
und ob das jetzt Einflüsse von wem auch immer aufweist, das mag der geneigte Zuhörer für sich selbst entdecken. Wer es herausfindet kann mir das gern sagen, aber er kann eben nicht erwarten das ich es weiß.
Wie arbeitest du?
Das "Studio" wirkt unaufgeräumt. Auf allen möglichen Ablageplätzen stapeln sich die unerschiedlichsten Materialien in scheinbar vollkommen willkürlicher, chaotischer undurchschaubarer Ordnung einer Grössenordnung die physikalsch, mathematisch nicht bestimmt werden kann. Doch ich weiß was wohin gehört. Es ist nicht schmutzig, nur eben eine andere Art der Sortierung, die nicht aktenmässig erfasst werden kann. Es ist die
Art von Ordnung, die sich selbst erschafft. Hier fühle ich mich wohl. Hier kann ich improvisieren, den Dingen ihren lauf lassen. Und wehe dem unglücklichen, der es wagen sollte in meiner Ordnung, Ordnung zu schaffen. Das führt zu Depressionen! Wenn wundert's, das ich genauso auch arbeite. Nichts ist für den Anfang festgelegt. Kein Ritual, kein vorgegebener workflow. Von Anfang an ist der neue Song improvisiert. Machmal ist es Stückwerk, manchmal in einem Stück durch. Machmal aus der Ecke Rock, manchmal Singer
/ Songwriter, manchmal irgendwas anderes. Zuerst die Gitarre oder der Bass, der Synthie oder doch die Vocals? Es ist alles nicht festgelegt und immer wieder neu und anders. Eigentlich ist es auch kein Studio (jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinne), sondern ein sich ständig veränderndes Aufnahmegerät mit willkürlich verkabelter Effektabteilung.
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