Die GEGGEN GAGGAS leben in keiner Metropole, wie Berlin, Hamburg, London oder Paris. Sie leben in einem simplen, ländlichen 6000-Seelen Örtchen, nämlich in Dinkelscherben-Punkrocktown. Alle Impressionen, alle Eindrücke die das alltägliche Leben in ihrer kleinen Welt bestimmen, werden verarbeitet und vertont. „Geh doch nach Berlin“, „geh doch zurück nach Hamburg“ – zugegeben es ist leichter über das zu singen was jeder kennt. Nur warum sollte man über Dinge singen, von denen man keine Ahnung hat? Das Gute liegt doch so nah.
Die GEGGEN GAGGAS spielen mitsing – und tanzbaren, bürgernahen, avantgardistischen Punkrock. Punk im Allgemeinen steht für ausgeflippte Haarfrisuren und Kleidung. Die GEGGEN GAGGAS bedienen diese Klischees – auch wenn die Haarfrisuren vergessen wurden. Punk im Allgemeinen ist gegen Staat, Polizei, Kirche und für Anarchie. Die GEGGEN GAGGAS ist auch gegen alle oben genannte Attribute (einschließlich der Anarchie). Aber die GEGGEN GAGGAS hassen noch viel mehr: Sie hassen Bäume, Tiere, jegliche Art von Menschen, Wurstsemmeln, Punkmusik, Wochenenden, karierte Hemden, Sex, Schnupftabak, Kommunikation und Fussball. Nur sie singen nicht davon (außer über Fussball – und auch Fusspils). Sie singen über das worüber sie sich hundertprozentig auskennen. Sie singen Lobpreisungen an Alkoholiker, komponieren Oden an Eckkneipen und Pissrinnen und politisieren höchstens in der Kommunalpolitik.
Der Spruch „schlecht, dreckig, trotzdem gut“ passt also nicht mehr ganz. Denn was diese Band hier abliefert ist einfach nur noch beschissen. Contra Parolengedresche, pro Lebenserfahrung. Für eine ausgeklügelte Bühnenshow und gegen langweilende Virtuoseneinlagen.
Line Up
Der wo in der Pissrinne schläft
Schlagzeug, Percussion