Hinter Gittern - Unter freiem Himmel

Artist-News vom 18.08.2009

News Nr. 21 von pinK mercury, gesamt 38
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pinK mercury spielten am 19.07.2009 ein Konzert in der JVA für Frauen, Vechta.
Für alle beteiligten ein nicht alltägliches Event, darum hier ein Situationsbericht von unserem Gitarristen David Merz:
pink mercury in der jva vechta

Der Auftritt in der JVA für Frauen in Vechta war in vielerlei Hinsicht besonders. Zum einen - das ist wohl offensichtlich - weil's im Frauengefängnis stattfand, da kommt man nicht alle Tage hin -ich als Mann schon mal so wie so nicht ;-)- zum anderen, weil es das letzte Konzert mit Heribert an der Gitarre sein würde.
Ich habe mir wirklich viel vorgestellt im Vorraus, aber im Nachhinein musste ich feststellen, dass viele Klischees hier nicht bestätigt wurden. Die Atmosphäre war sehr entspannt, der Innenhof war sehr schön gestaltet. Mit vielen Pflanzen, viel Rasen, einem Volleyballfeld und recht wenig was an einen Knast erinnert (ausser vielleicht die Gitter vor den Fenstern).

Ich möchte jetzt nicht eine Abhandlung schreiben darüber, ob das die Insassinnen verdient oder nicht verdient haben, denn das wäre vermessen und ungerecht, aber ich finde, dass es gegenüber Gefängnissen, die man in Filmen oder TV-Dokus zu sehen bekommt recht freundlich wirkt. Die Frauen waren sehr freundlich und haben es sehr honoriert, dass wir für sie gespielt haben. Wir durften viele Autogramme schreiben und haben eine Menge CDs da gelassen, die man in diesem Fall als Geschenk bezeichnen kann, da die Insassinnen kein Geld besitzen dürfen.

Rein technisch lief alles ganz gut ab - wäre da nicht dieser dämliche Regen gewesen, der uns in die Parade gefahren ist. Wir hatten uns dafür entschieden, auf Grund des guten Wetters, draußen zu spielen. Wir haben also alles aufgebaut und wollten gerade beginnen, als uns ein regelrechter Platzregen überraschte. Schnell wurden von Wärtern Planen geholt, um das Equipment zu retten und dann hieß es erst mal warten und hoffen, dass es aufhört. Und dass es dann irgendwann auch wieder aufgehört hat, war wirKlich GlücK, denn es gab ein vorgeschriebenes Zeitfenster - was absolut ok war, obwohl ich zwischenzeitlich schon unsere Felle schwimmen sah (im wahrsten Sinn des Wortes).
pink mercury in der jva vechta

Das Wetter hielt dann exakt eine Stunde: unsere Stunde. Mit dem letzten Ton von "Neverending Story" hat der Regen sein Comeback angekündigt und hat es auch eisenhart durchgezogen.
Die Reaktionen während des Konzertes waren eher verhalten und es lag zwischen Band und Inhaftierten ein gewisses Fremdeln in der Luft. Trotzdem versichterte man mir nachher, dass es ein großer Erfolg war. Viele Frauen kamen zu uns und sagten, dass es eine schöne Abwechslung zum eher "öden Alltag" war. Und dass ist es doch, was zählt. Musik verbindet Menschen, egal welche Altersklasse und egal mit welchem sozialen Hintergrund.
Ich würde es jederzeit wieder tun.
Cheers, David

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