
Manchmal passiert es dann doch, dass man Bands vorgelegt bekommt, die sich old-fashioned via schweißtreibenden Liveauftritten bis zu ihre Debütalbum hingearbeitet haben. Erst einmal muss man sich eben auf der Bühne bewähren, bevor es dann ins Studio geht. Das haben Eigensinn zur Genüge getan. Nun ist mit „Die Wahrheit“ das erste Album der Band aus Baden-Württemberg erschienen. Und so viel sei schon mal gesagt: It rocks! Hier wird nicht verbissen nach etwas Neuem gesucht, sondern einfach Musik gemacht, ehrlich, geradeaus, herausfordernd, emotional, aber auch hintersinnig, nachdenklich und bedrückend. Das besondere an Eigensinn ist die Sängerin Nemesis. Ihr Organ besitzt die gleiche Power wie eine Doro Pesch. Diese Energie fügt sich nahtlos in die druckvollen Gothic-Rock-Kompositionen. In erster Linie zählt aber der Song, was Eigensinn eine große Eingängigkeit verleiht. Man könnte soweit gehen und Eigensinn als weibliche Version von Oomph zu bezeichnen. „Die Wahrheit“ strotzt nur so von markanten Melodien und Songs mit Ohrwurmcharakter. Da wäre zum Beispiel „Schrei“, ein sehr provokanter Titel, der in seiner Drastik vielleicht sogar zum Clubhit avancieren könnte. Aber auch andere Songs wie „Sternenkind“, „Freier Fall“ und „Kraft“ haben das Zeug zur Dauerrotation in den Diskotheken.
Kurzum: Eigensinn sind einer der vielversprechendsten Acts auf dem Gothic-Rock-Sektor. Und das ist „die Wahrheit“.
Wertung: 5 von 6
Quelle: www.elektrauma.de
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