NRZ, Dinslaken, 26.01.2009
KONZERT. Beim Festival im Jägerhof lieferte die Band Bool druckvollen Rock..n..Roll ab.
DINSLAKEN. "Geht das los jetzt?" schreit eine männliche Stimme quer
über die Tanzfläche. Sieht so aus. Keine Musik vom Band, vor der Bühne
hat sich eine erfreuliche Anzahl von Menschen versammelt und Karsten
"Didi" Dittberner, Sänger des Headliners Bool und Mitinitiator des
Abends, greift zum Mikro. Noch zur Begrüßung der ersten Band, sein
Auftritt wird erst in zweieinhalb Stunden erfolgen.
"Rock 23". So heißt das Festival an diesem Freitag. "Die 23 bezieht
sich aufs Datum, kann aber auch mehr bedeuten", orakelt Didi und stellt
weitere Minifestivals im Jägerhof in Aussicht. Mehr Auftritte, das gilt
auch für Bool außerhalb der Stadtgrenzen. Knapp ein Dutzend Konzerte
habe die in Dinslaken gegründete und 2007 mit Duisburger und
Oberhausener Verstärkung neu formierte Band 2008 gegeben. "Da ist mehr
drin." Bool hat sich für 2009 viel vorgenommen. Am 25. Mai steht die
Band im Finale des "Native Rock" Bandwettbewerbs im Congaz. Und im
Sommer soll das Debütalbum erscheinen - die Arbeiten sind im vollen
Gange, wurden jedoch durch Krankheiten verzögert.
Höhere Gewalt. In dieser Woche traf es Human Instict aus Wesel.
Innerhalb von 24 Stunden sagte Insecurity of Being aus Duisburg zu, den
Abend im Jägerhof zu eröffnen. Sie spielen Alternative Rock, in
härteren Passagen schimmern Einflüsse aus dem Grunge der Prägung Pearl
Jam oder Soundgarden durch. Weitgespannte Melodiebögen, leicht
melancholische, kraftvolle Stimme.
Ausgereift, ausgeglichen wirkte der schnörkellose Rock der Railroad
Dikers. Die richtig schweren Grooves sparten sie sich für ausgedehnte
Instrumentaleinlagen ein. Auch in Dinslaken konnten die Essener auf
eine breite Fanbase vertrauen. Die größte Überraschung ihres bejubelten
Auftritts: der Nine Inch Nail-Klassiker "Hurt" in typischen Soundgewand
der Railroad Dikers.
Dazu gibt..s zweimal Ungehörtes
Dann hieß es Bühne frei für Bool. Druckvoller Rock..n..Roll irgendwo
zwischen Alternative und Nirvana-Grunge. Tanzbar, spürbar und voller
Emotion. Didi singt nicht nur die Texte, er durchlebt sie in Gestik und
Mimik. Einer der Höhepunkte des Abends: "Killing the Time". "Unser
emotionellster Song", so Didi. Dazu zweimal bislang Ungehörtes. "Never
see the Rain" von der Bonus-CD zum Band-Shirt und "The Spirit and me
and my Special Guitar" - eine Livepremiere, die sich die Jungs von Bool
für den krönenden Abschluss einer gelungenen "Rock 23"-Premiere
aufgehoben haben. (bes)
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