Rezension DIE WAHRHEIT von Metal-Refinement.de

Artist-News vom 03.05.2009

News Nr. 27 von EIGENSINN, gesamt 31
< Vorherige News   Nächste News >

Zum Artist-Profil

Versenden
Kommentar

AddThis Social Bookmark Button

Text Kommentare  
EIGENSINN
Als Review-Schreiber bekommt man des Öfteren ordentlichen Schund vor die Nase gesetzt und möchte die Platten einfach in den Müll werfen. Es erfreut einen daher um so mehr, wenn man einfach mal „WOW!“ sagen kann. Eigensinn veröffentlichen mit „Die Wahrheit“ ein Debüt-Album, das sich hören lassen kann. Bei Eigensinn handelt es sich um eine deutschsprachige Alternative Rock Band, die ihre Einflüsse aus den Bereichen Gothic, Rock, Metal und NDH beziehen. Eine gewagte und doch selbstbewusste Mischung, die eine breite Masse ansprechen wird. Es ist eher selten, dass sich eine Band soviel Zeit lässt, um ein Debüt-Album zu präsentieren und dennoch handelt es sich bei Eigensinn um einen 4 jährigen Entwicklungsprozess. Man könnte Eigensinn als guten Wein betrachten, der lange auf sich warten lässt, aber hält was er verspricht.

Eigensinn könnten dem ein oder anderen schon ein Begriff sein, denn sie haben bei ihren beeindruckenden Live-Konzerten genügend Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

Das Album „Die Wahrheit“ bietet 13 Tracks und eine knappe Stunde qualitativ gute Unterhaltung. Nemesis schafft es, jedem Track eine eigene Note zu verleihen, ob diese nun zornig, melancholisch oder hart ausfällt spielt dabei keine Rolle, da ihre Stimme eine starke Intensität ausstrahlt. Sie legt sich nicht fest und bietet so, durch das ganze Album hindurch, abwechslungsreiche Facetten (von der typischen Rockröhre bis hin zum sanften Sprachgesang) ihrer Stimme.

Der Opener „Kraft“ beginnt leicht elektrolastig und orientalisch mit der verzerrten Stimme der hübschen Frontfrau und man ist sich etwas unschlüssig darüber, was einen bei diesem Track erwartet. Die Unschlüssigkeit verfliegt spätestens an dem Punkt, an dem die Drums kraftvoll und gekonnt einsetzen. „Sternenkind“ und der folgende Track „Eiskalt“ bestechen durch ihre Texte und sprechen jedem aus der Seele, der sich schon einmal mit Liebe und Trauer befasst hat. Der Titelsong „Wahrheit“ beginnt unerwartet mit einem männlichen Sprechgesang und ist textlich, wie auch musikalisch, sehr provozierend. Textpassagen wie „Diese Welt kennt nur was ihr missfällt - Diese Welt ist regiert von Geld - Wir lassen es geschehen, in dem wir weg sehn“ verleiten den Hörer nachzudenken. In „Schrei“ finden sich elektronisch angehauchte Elemente wieder und man könnte den Track als Antwort oder als Schlussfolgerung auf den Titelsong „Wahrheit“ ansehen. Ein Track, der sich wirklich abhebt ist wohl „Feuerengel“. Hier bekommen wir Alles, von der angehenden Ballade, bis hin zum rockigen Refrain und zusätzlich zeigt uns Nemesis ein gutes Stück aus ihrem stimmlichen Spektrum.

„Überlicht“ kann ein recht zügiges Tempo vorweisen und ist textlich anspruchsvoll und melancholisch. Die bisherige gekonnte Mischung aus Instrumenten, Stimme und Text finden wir auch in „Freier Fall“ wieder und wir landen danach direkt bei „Spring!“. Kräftige Gitarrenriffs und eine matte Stimmfacette zeichnen „Macht“ aus - einer der wenigen Tracks, die in Richtung Metal marschieren. Bei „Heute Nacht“ ist das Hauptaugenmerk auf die Stimme von Nemesis gelegt und sie kostet es in vollen Zügen aus. Der ruhigste Track auf dem Debüt-Album ist mit Abstand „Stimmen“. Eine Herz-Schmerz Ballade wie aus dem Bilderbuch und dennoch ist der Track nicht überspielt. Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss und so ist es auch hier: „Tränen aus Blut [Version 2004]“ ist wohl der einzige Track, der Ohrwurmpotenzial besitzt – eine wunderbar eingängige Melodie mit einem einfachen Refrain.

„Die Wahrheit“ ist ein wirklich abwechslungsreiches Album, auf dem kein Track dem anderen gleicht. Die Mühen sind nicht vergebens, aber etwas falsch gerichtet, ein eingängiger Track hätte nicht geschadet und dem Album auch sicher zum direkten Erfolg verholfen.

Das ganze Album über habe ich mir überlegt, an wen mich Nemesis erinnert, bei „Stimmen“ wurde es mir klar: Doro Pesch! Ich könnte mir gut vorstellen, dass das nächste Album von Eigensinn etwas heavy-lastig werden könnte, doch das bleibt wohl zu bezweifeln.

FAZIT:
Falls ihr euch etwas Zeit nehmen wollt, um euch das Album "Die Wahrheit" etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, werdet ihr feststellen, das sich die lange Wartezeit gelohnt hat. Die Zeit wurde in Details investiert und diese sind gut umgesetzt. Definitiv empfehlenswert!

WERTUNG:
9/10

Quelle: metal-refinement.de

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Inhalt. Hier kannst du einen schreiben:

Kontakt | Über regioactive.de | Jobs | Backstage | Partner | Mediadaten | Presse

©2001-2010 regioactive.de, alle Rechte vorbehalten.
Für die Richtigkeit und Vollständigkeit sämtlicher Inhalte kann keine Gewähr übernommen werden.
Für Inhalte externer, verlinkter Seiten sind wir nicht verantwortlich.

Login

Ich habe mein Passwort vergessen