Rezension DIE WAHRHEIT von Black Live

Artist-News vom 18.04.2009

News Nr. 29 von EIGENSINN, gesamt 31
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EIGENSINN
Obgleich die am 22. Mai 2009 erscheinende Scheibe „Die Wahrheit“ das Debüt-Album der Formation darstellt, sind Eigensinn alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Bereits seit mehreren Jahren hat sich die 2003 gegründete Band durch ihre beeindruckenden Live-Konzerte einen Namen machen können.
Und selbiger ist hier Konzept: Eigensinn stechen aus der Masse heraus, fallen durch ihre Intensität auf, und sind somit eine deutliche Bereicherung der schwarzen Szene. Ihr Credo unterstreichen Eigensinn übrigens durch das spiegelverkehrte Schreiben des ersten und letzten Buchstabens im Bandnamen.
Da gut‘ Ding bekanntlich Weile haben will, hat die Arbeit an „Die Wahrheit“ denn auch ganze vier Jahre gedauert. Herausgekommen ist dabei ein ausgereiftes Werk, das durch seine mitreißende Power überzeugt und Eigensinn hoffentlich zu weiterem Erfolg verhelfen wird – das Potential ist auf jeden Fall vorhanden!
Die Wahrheit ist selten angenehm, und entsprechend kompromisslos und zornig kommt das Album daher, provozierend und hart – aber Track für Track mit deutlichem Ohrwurmcharakter.
Thematisch kreist die Scheibe um Macht und um Zwischenmenschliches, und um das, was beides anzurichten im Stande ist: Erniedrigung und Schmerz, Verzweiflung bis zum (Frei-)Tod, aber ebenso Aufbruch und Liebe.
Besonders das kraftvolle Motiv des Feuers kehrt immer wieder und trägt zu der bemerkenswerten Intensität des Albums bei: sei es der Feuerengel, der über der Seele schwebt, sei es das „Brennen im Glück“ beim Suizid, dem Gang ins Überlicht, oder sei es das Verbrennen der Wahrheit.
Songs wie Schrei gehen unter die Haut: „mit Blut befleckt / zu Tode gehetzt / zum Schweigen gebracht / das gibt dir Macht / […] / schlag mich / ich breche nicht / schlag mich / schlag mich / […] / ich bück mich nicht / niemals / schlag mich / du fickst mich nicht!“
Musikalisch verpackt ist das Ganze in eine gekonnte und individuelle (um nicht zu sagen: eigensinnige) Mischung aus Alternative-Rock, Gothic und Metal. Ein wenig Rammstein, eine Prise Etwas, ein Touch Eisbrecher oder Oomph!, ein bisschen Guano Apes, … eine wirklich vergleichbare Band fiele mir nun nicht ein.
Frontfrau Nemesis rockt begleitet von harten Gitarrenriffs ordentlich ab, und so bietet die Scheibe eine Stunde voll kritischer Texte (die übrigens ausschließlich in deutscher Sprache verfasst wurden) und ausdrucksstarkem Sound.

Quelle: Black Live - das Gothic Magazin http://blacklive.de

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