Musik - Pfullinger Nachwuchsband Scarlet Drawl präsentiert ihr erstes Album. Elf eigene Songs
»Es muss richtig rocken«
VON DIETER REISNER
Sie singen voller Leidenschaft von Sehnsucht, Trennungsschmerz und dem zauberhaften Glück von Liebe. Jo Schnitzer, Timo Winterling, Hannes Schneider, Jan Horst und Gianluca Piras sind Scarlet Drawl und allesamt noch ziemlich jung. Mit elf selbst komponierten und geschriebenen Songs tritt die Pfullinger Nachwuchsband nun ans Licht der Öffentlichkeit.
Ihre musikalische Ausrichtung und Grundidee ist eine Mixtur aus verschiedenen Stilrichtungen und in drei Worten gesagt: »Es muss rocken«, so Sänger Gianluca Piras.
Seit etwas mehr als zwei Jahren spielen sie zusammen und sind mächtig stolz auf ihr erstes Album »Fool, Insane and enchanted by you«. »Wenn die Leute Deine Songs mitsingen, ist das der Hammer«, sagt Jo Schnitzer. »Wenn Dich die Kumpels auf das Album ansprechen, ist das ein tolles Gefühl«, findet Hannes Schneider. »Wenn ich morgens aufsteh, seh ich als Erstes die Platte und denke Wow: Da war ich dabei, das ist mein Werk«, schwärmt Gianluca Piras. Als Einziger geht der 16-Jährige nicht aufs Friedrich-Schiller-Gymnasium.
Schule an erster Stelle
Demnächst beginnt der Frontmann eine Lehre zum Elektroniker und will sich dann weiterbilden. Die Musik ist ihnen allen wichtig, »sehr wichtig, sie ist unsere Leidenschaft und muss einfach sein.«
Aber Schule kommt an erster Stelle«, sagen sie im Chor und schränken gleich selbstironisch ein. »Wenn der große Durchbruch kommt, nehmen wir ihn selbstverständlich mit«, meint Jo Schnitzer. Die vier anderen stimmen lachend zu. Es ist eine coole Truppe, die da in Pfullingen in ihrem Proberaum Rede und Antwort steht. Sie verstehen sich gut, sind Freunde.
Ihr Hobby ist der Kitt, der sie zusammenschweißt, das ist gleich zu spüren. Alle fünf strotzen vor Energie und Träumen. Dabei haben sie in ihrem kurzen Künstlerleben schon einiges erreicht - nicht nur ein eigenes Album.
Ihren ersten großen Auftritt feierten sie im vergangenen Jahr beim - neu ins Leben gerufenen - Honauer Rockbierfest. »Die Reaktionen waren klasse«, erinnert sich Hannes Schneider. Sie spielten beim Reutlinger Nachtschwärmer, gewannen den Contest »Regio music spot« und kamen dadurch zur Abschlussveranstaltung der Pop-Open-Messe nach Stuttgart.
Bei dem größten Schülerbandwettbewerb Deutschlands organisiert von Viva, Spiegel online sowie dem Internetportal respect.de standen die Pfullinger mit den sieben besten baden-württembergischen Bands auf der Bühne. »Da sind nur Gruppen dabei, die schon irgendwas gewonnen haben«, erklärt Jan Horst.
Ihr erstes Album, das sie selbst finanzierten, ermöglicht den jungen Musikern den nächsten Schritt. Es wird an viele Sender, an Musikarchive und Konzertveranstalter versendet, um auf sich aufmerksam zu machen und vor allem zu spielen. »Auch vor Leuten, die nicht zu unserem Freundeskreis gehören. Das ist eine Herausforderung sie zu überzeugen«, sagt Jan Horst.
Im kommenden Jahr bauen die vier Gymnasiasten ihr Abitur. Musikalisch wollen sie sich weiterentwickeln. Aber die größte Herausforderung für alle ist eine andere.
»Wir wollen versuchen, auch nach der Schule zusammenzubleiben«, sagen sie unisono. (GEA)
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