High Voltage - Schlossgrabenfest Darmstadt 2008

Artist-News vom 09.06.2008

News Nr. 11 von Morning Boy, gesamt 12
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Dinge, die im Argen liegen können:

Argen # 1: Bekommt man den Bandbus samt Spielconsole und Kühlschrank.

Argen # 2: Macht das Wetter mit, oder endet das Konzert, wie vom Deutschen Wetterdienst angekündigt, im anarchischen, donnernden, blitzenden und vor allem nassen Chaos.

Der Trost kommt von Springsteen höchstpersönlich: „I got a bad desire / I’m on fire”.

Die Problematik des Tages ist jedoch ein “Ford Galaxy” im Schafspelz: Die Aufgabe, einen 7-Sitzer mit sieben Mann zu bevölkern, meistern wir souverän. Die hinzukommende Kunst, einen Bandraum voller Equipment dazu zu packen, nur mit einigen Schwierigkeiten, Wuteskapaden, Nervenzusammenbrüchen und Angstzuständen.

„Quetschen“ heißt das Zauberwort. Und ist gleichfalls der Aggregatzustand der Insassen.

Dank der abgebrühten Fahrweise unseres tollkühnen Bassisten wird die Fahrt lediglich von kleineren Blessuren, Drohgebärden und allgemeiner Resignation überschattet. Keiner der Mitreisenden hätte sich jedenfalls erträumen lassen, jemals in hysterisches Jubelgeschrei beim Lesen des Ortsschildes „Darmstadt“ auszubrechen. Abgehakt. Auch passiert.

Angekommen, ausgeladen, Backstagepässe abgeholt, Bier hinter der Bühne geordert.

“Idiots In The Crowd” spielen schon, während “At the Farewell Party” den Backstagebereich mittlerweile gebührend ausgestattet haben. Das Wiedersehen mit Fabi vom Sinkkasten komplettiert die Orientierungsphase und unsere Stimmung gleicht endlich einem gewaltigem Heureka.

Noch kurz den Bus in Sicherheit bringen, schnell was Essen, umbauen, und hoch auf die Bühne!

Sound ist toll und wir starten mit “Airport Tragedies”. Vor der Bühne füllt es sich zusehends, am Ende sind es geschätzte 400 Leute. Die Wetterlage wird hingegen unstabiler.

Bei “All Your Sorrows” geht einer der ersten Blitze herunter und bringt einen kurzen Stromausfall mit sich. Da dieser jedoch schnell behoben wird, gibt’s den Song ein zweites Mal mit ordentlicher Schlagseite.

Die ersten Akkorde von “Maryland” werden von einem würdigen Donnergrollen untermalt. Passend zum Song, den wir einmal mehr in einer Krachorgie nach der Rezeptur Sonic Youth’ gipfeln lassen!

Gutes Konzert, wir sind zufrieden!

Nachdem Stagemanager Paddy uns die Hiobsbotschaft einer Sturmwarnung ins Ohr flüstert („Bloß keine Panik Leute! Bloß keine Panik!“), satteln wir unseren geliebten Bus mit all unserem Equipment und bringen diesen in Sicherheit.

Endlich im Backstagezelt angekommen (Zelt? Naja!), werden wir von Carsten zum Interview für Rockfun24 gebeten. Eine halbe Stunde ausschließlich über die eigene Musik, das Equipment, Einflüsse etc. erzählen? Es gibt sicherlich schlimmere Beschäftigungen…

Nach der Fragerunde trennen wir uns vorerst und irren über das Gelände, um uns bei Jennifer Rostock wieder in die Arme zu laufen.

Joerg lotst mit Hilfe seines Charmes Jennifer zu den herumstehenden 3 morning boys und macht sich sogleich an die Arbeit, Arrigo mit der Sängerin zu verkuppeln.

Einstimmige Meinung: Hübsche Mädchen sehen anders aus. Aber wer hat schon solch gewiefte Metallstücke im Gesicht hängen?

Nach getaner Arbeit schwingt sich die morning-boy-Mannschaft johlend in den Bus, bricht sich beim Einsteigen diverse Hachsen, verstaucht sich einige Ellebogen und verfängt sich mit den Haaren im Getriebe, während Lou Reed längst den CD-Player entern konnte.

In einer rekordverdächtigen Geschwindigkeit wird der Inhalt des Busses im Bandraum versenkt und mit sich mit sentimentalen Sprüchen verabschiedet.

Der Abschied: Morgen sieht man sich ja wieder.

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