Eine Ära geht zu Ende – Die 4Backwoods lösen sich auf!!!
Leute, wir haben leider eine sehr traurige Nachricht für Euch: die 4Backwoods werden sich zum Jahr 2012 nach über 16 Jahren gemeinsamem Rocken auflösen!!!
Viele von Euch werden nach dem „Warum?“ fragen. Deswegen beantworten wir das jetzt schon mal:
Schon seit einigen Monaten sind vor allem unser Basser André und unser Drummer Chriz familiär und beruflich sehr stark eingebunden. Und es haben immer die Band oder aber die anderen Verpflichtungen unter dem jeweils anderen leiden müssen. Und das in einem Maße, dass es für die beiden Jungs keine andere Möglichkeit gibt als den Ausstieg. Obwohl der Abgang unseres Ex-Gitarristen Breido ein fettes Loch gerissen hatte, haben wir mit Mario einen würdigen Ersatz gefunden. Und auch unser „Zweit-Basser“ Tom aus Bremen konnte Andrés prüfungsbedingt immer häufiger auftretende Bühnenabstinenz mit einer Menge Bass-Wumms und geilstem Gesang ausgleichen. Aber bei allem, was wir sind – und das nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Bandbus, im Studio, im Probenraum und im Hotelzimmer – sind André und Chriz einfach unersetzlich. Es gab neben geilen Konzerten und Euch einen wichtigen Grund, warum wir trotz all der Arbeit und den Belastungen immer weiter gemacht. Wir waren vier Freunde, die etwas geteilt haben, was nur wenige Menschen teilen können: Gemeinsam das zu tun, was sie lieben, und damit auch noch Menschen wie Euch zu begeistern. Doch wenn diese Einheit auseinander bricht, sind wir nicht mehr die 4Backwoods.
Deswegen haben wir nun schweren Herzens diese Entscheidung getroffen. Wir danken Euch für mehr als 600 Konzerte, die Ihr besucht, vier Alben, die Ihr zu tausenden gekauft, und unzählige Autogramme, die Ihr uns habt geben lassen.
Unser letztes Konzert nahe der guten, alten Heimat wird am Freitag den 13. Januar 2012 (was für ein passendes Datum) im Kubana in Siegburg stattfinden. Das Abschieds-Konzert wird am 17.03.2011 in Viersen sein. Es würde uns viel bedeuten, wenn Ihr alle kommen und diese letzten Shows für uns unvergesslich machen würdet.
Vergesst uns nicht! Wir werden Euch auch nie vergessen...!!!
Hier noch ein persönlicher Kommentar von unserem Sänger Daniel:
16 Jahre ist es her, dass ich zum ersten Mal mit einer Band namens 4Backwoods in einer Waschküche geprobt habe. Es war grauenhaft – laut, eng, kalt, ungewohnt und unsagbar albern. Und doch wusste ich, dass es genau das war, was ich wollte. Zwei Jahre später befand sich nach mir und Bandgründer und Basser André auch Chriz als Drummer in der Band. Und seit dem und durch diverse Besetzungswechsel an der Gitarren-Front hinweg stellten diese Jungs einen der wichtigsten Bestandteile meines Lebens dar. Jede freie Sekunde investierten wir in diese Band. So viel Kraft, so viel Ehrgeiz, so viel Herzblut. Tage und Nächte verbrachten wir über Monate hinweg in unserem Probenraum in einer alten Scheune und in Studios zwischen HiTech und Schimmel. Weit über 100.000 Kilometer fuhren wir im Bandbus über Autobahnen und Feldwege. Hunderte Male stellten wir Partner, Familie und Freunde hinten an. Und all das immer „nur“ für diese Momente, die wir nie vergessen werden. Momente, die nur die nachempfinden können, die so etwas schon einmal erlebt haben. Momente, die diese Bandmitglieder zu Brüdern machte. Momente, in denen wir im Rampenlicht standen, berauscht von dem Druck, den wir gemeinsam mit unserer Musik erzeugten. Momente, in denen wabernde Massen vor der Bühne zu einem großen Monster wurden oder die einzigen fünf Zuschauer des Abends diesen als den besten ihres Lebens bezeichneten. Momente, in denen wir vier uns auf der Bühne ansahen und wussten, dass die anderen dieselbe Euphorie in ihren Adern spürten. Momente, in denen Teenies bei einem Augenzwinkern kreischten, und wildfremde Menschen 1000 Kilometer von zu Hause entfernt die Texte sangen, die ich geschrieben hatte.
All diese Dinge machen einen süchtig. Oder haben sie nur MICH süchtig gemacht? Ich wollte mehr, und ich wollte es immer! Diese Band fing an, mich zu beherrschen. Bei der Arbeit, im Urlaub, sogar nachts in meinen Träumen - in jeder Sekunde. Nie Zeit zum Durchatmen, zum Ausruhen, zum Nichtstun.
Vor einigen Wochen sitzen wir nun an einem Tisch. André sagt, dass er es einfach nicht mehr schafft, dass er am Ende seiner Kräfte ist. Chriz nickt traurig und erzählt von Hausbau und Kindern. Mario sitzt ratlos da. Gerade hat er es in die Band geschafft, und jetzt soll alles schon wieder vorbei sein nach nicht mal einem Jahr? Und als wir Tom die schlechte Nachricht überbringen, fällt dem alles aus dem Gesicht. Aber was ist mit mir? Bin ich froh, dass ich mein Hirn endlich aus dieser Sklaverei befreien kann, oder kann ich gar nicht mehr ohne sie? Diese Band und alles, was dazu gehört, war ALLES für mich: mein Steckenpferd, mein Traum, meine Aufgabe, mein Lebenswerk – vielleicht sogar mein Lebensinhalt? Ich komme mir vor wie Frodo, der den Ring wegwerfen soll. Wir waren die Gefährten, und diese Band mein Schatz. Doch jetzt scheint sich die Gemeinschaft aufzulösen. Natürlich werden wir Freunde bleiben und uns wieder sehen, aber diese Einheit, zu der uns die Musik gemacht hat, muss ich loslassen.
Wir sehen uns an und wissen, dass es uns allen schwer fällt. Aber es ist an der Zeit. Und wir wollen keine Leichenfledderei betreiben, indem wir wieder nach neuen Bandmitgliedern suchen. Das wäre nicht dasselbe.
In den letzten Wochen haben wir nach und nach die Leute, Freunde und Partner aus dem direkten Umfeld der Band über unsere Trennung informiert. Und es tut fast schon gut, in vielen der Augen derer, denen ich dieses Geständnis machen muss, Tränen zu sehen. Es tut gut zu wissen, dass diese Band und die Zeit mit ihr nicht nur mir so viel bedeutet hat.
Ich spiele in dieser Band, seit ich 18 Jahre alt bin – fast mein halbes Leben. Wie soll ich da los lassen? Wie soll ich durch eine neue Tür gehen? Aber ich werde gehen. Bleibt nur die Frage, was mich dahinter erwartet. Und ich habe eine verdammte Angst vor dem letzten Akkord...
Bei all der Trauer, dem Abschiedsschmerz und dem Gefühl der Leere weiß ich eines ganz sicher: Diese Band war immer mehr als nur eine geplatzte Seifenblase – für mich, die Jungs und all die Leute, die uns geil fanden. Diese Band hat mich zu dem gemacht, was ich bin. Und ich bin dankbar:
Mario, Tom, Breido, Deutz, Sascha und Wolfgang für diese Achterbahnfahrt.
Krey, Guido, Dany, Olaf, Werner und Lisa für die Stunden, die Ihr mit uns verbracht und für uns gearbeitet habt.
Renate für alles, was ich von Dir gelernt habe.
Olaf, Ully, Ängel, Stefan, Dennis und all die anderen für Euren beispiellosen Support.
Kolf und Chriz für ein halbes Leben Rock´N´Roll – Ihr seid meine Brüder!
Und 1000 Dank an Euch da draußen, für all diese geilen Momente in meinem Leben. Vergesst niemals: „DER ROCK`N`ROLL IS STILL ALIVE!“
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