Interview zum neuen Album

Artist-News vom 27.07.2011

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Junge Szene: Drei Schwetzinger haben als Gruppe "DT+" ihre erste CD herausgebracht und der Öffentlichkeit in einem Konzert vorgestellt / Wir sprachen mit den Jungs

"Unglaublich, wenn die Leute mitsingen"

Von unserem Mitarbeiter Stefan Schneider

Junge Bands gibt es viele. Eigene Songs schreiben schon weniger. Und noch weniger Bands bringen wie "DT+" eine eigene CD heraus. DT+, das sind drei junge Männer aus Schwetzingen - zwei Schüler, ein (bald-)Student -, die seit 2009 zusammen Musik machen (wir berichteten).

Nach einigen Demos (kostenlos auf der Homepage dtplus.eu zum herunterladen) stellten sie im Pazza's Garden ihr Debütalbum vor. Es trägt den Titel "The Only Thing I Remember is that the Doorman Scared me a lot". Warum das so ist, wie das Album entstand und vieles mehr verraten sie uns im Interview.

Euer Album trägt den klangvollen Namen "The Only Thing I Remember is that the Doorman Scared me a lot". Gibt es einen bestimmten Grund für diesen recht sperrigen Titel?

Tom Carlos Kupfer: Den haben wir absichtlich gewählt, um es den Reportern ein bisschen schwer zu machen (lacht).

Na dann: Dankeschön dafür!

Kupfer: Nein, also "The Only Thing I Remember is that the Doorman Scared me a lot" spielt an auf eine durchzechte Nacht, nach der man sich an wenig erinnert. Aber unsere Fans kürzen das ganz einfach mit "T-O-T-I-R-I-T-T-D-S-M-A-L" ab. Thorsten Schaeff: So lautet außerdem die erste Zeile des ersten Songs!

Bewegt ihr euch auch textlich in diesem Bereich oder habt ihr da ein breites Themenfeld?

Kupfer: Neuerdings haben die meisten Lieder keinen sinnlosen Hintergrund mehr, wie ihn ältere Lieder teilweise haben. Auch auf unserem Album gibt es wieder einige Spaßsongs, aber es gibt auch vermehrt ernstere Songs.

Ist das eure erste eigene CD?

Kupfer: Ja, es ist unsere erste richtige CD. Es gab vorher schon einige Demoaufnahmen, die wir auch im Internet zum Download bereitgestellt haben.

Wie lange habt ihr an eurem Album insgesamt gearbeitet?

Schaeff: Zu lange! Wir haben vor einem Jahr, Pfingsten 2010, mit den Aufnahmen angefangen. Das Album haben wir in Etappen aufgenommen. Zuerst das Schlagzeug, das war in den Pfingstferien, denn wir sind nebenbei ja auch noch Schüler. Im Sommer haben wir dann Bass und Gitarren eingespielt und im Herbst, als dann alle verschnupft waren, haben wir dann eingesungen. Kupfer: Das Equipment, das wir nicht hatten, haben wir gemietet -auch die Räumlichkeiten - und haben dann alles in Eigenregie selbst aufgenommen und produziert. Auch das Design haben wir komplett selbst gestaltet.

Schreibt ihr eure Lieder gemeinsam?

Kupfer: Die Songs schreiben wir gemeinsam. Die Musik schreiben wir alle drei, aber die Texte stammen von mir.

Von welchen Bands und Musiker haben euch und eure Musik beeinflusst?

Schaeff: Er (Yannick Zipf, die Red.) geht vor allem in die funkige Ecke, Red Hot Chili Peppers und so. Bei mir geht's Richtung Reggae und Ska. Kupfer: Bei mir sind die Arctic Monkeys am wichtigsten. Schaeff: Das fließt dann alles zusammen und gibt'nen schönen Brei. Yannick Zipf: Das geht runter wie Öl!

Woher kommen die Ideen für eure Songs, was inspiriert euch?

Kupfer: Es kommt auf den Ort an. Manchmal ist ein bestimmter Ort, der einen inspiriert. Schaeff: Der Schwetzinger Schlossgarten beispielsweise dient mir oft als Inspirationsquelle. Zipf: Auch Erinnerungen, Gefühle, oder bestimmte Situationen beeinflussen das Songwriting.

Gibt es einen Auftritt, der sich eingebrannt hat und an den ihr gerne zurückdenkt?

Zipf: Ja, in der Halle 02 in Heidelberg im Februar 2010! Schaeff: Da war die Stimmung perfekt, das Publikum perfekt, das war genial! Kupfer: Die Leute haben mitgesungen! Es gibt nichts Schöneres, als wenn du etwas schreibst und die Leute singen das mit - das ist unglaublich! Oder wenn das Publikum deine Gitarrensolos mitsingt, das war richtig krass!

Vor wievielen Leuten seid ihr da ungefähr aufgetreten?

Zipf: 4000, 5000 ... Naja, vielleicht doch nicht ganz so viele! Schaeff: Nein, die Halle 02 war voll, also 500 bis 600 Menschen.

Und welchem Musikstil würdet ihr euch zuordnen?

Zipf: Die Schubladen haben wir abgelegt. Kupfer: Ja, wir haben unsere eigene Schublade! Schaeff: Unsere Musik ist sehr breit gefächert. Indie-Rock, vielleicht auch ein bisschen Funk-Rock, vielleicht bei den ruhigeren Sachen, also sehr unterschiedlich und abwechslungsreich.

Wie liefen denn die Aufnahmen, hattet ihr Probleme?

Kupfer: Das Problem beim Schlagzeug war, dass wir uns 'nen Kasten Bier gekauft hatten und das Schlagzeug aufgenommen haben. Das führte dann dazu, das wir um zwölf schon gut dabei waren, und dementsprechend präzise wurde das Ganze dann auch. Schaeff: Je länger der Tag dauerte, haben wir dann gesagt: Komm, lass' gut sein, das hört nachher eh keiner raus! Wir sind halt Perfektionisten! Zipf: Mit der Zeit hat man sich dann schon gedacht: 'Oh Gott, hoffentlich sind wir bald fertig!'. Nach drei bis vier Tagen hatte man aber immer noch 5 Songs vor sich!

Hattet ihr Sponsoren?

Schaeff: Nein, wir haben das alles komplett selbst vorfinanziert.

Wie beschreibt ihr eure Musik?

Zipf: Frech, provokant und unangepasst!

Schwetzinger Zeitung
27. Juli 2011

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