30.4. 2011 Rockbierfest Honau
Wir schreiben den 30. April des Jahres 2010. Vor wenigen Sekunden sind fünf fröhliche Musikanten, die sich auf den Namen Scarlet Drawl schimpfen von der in Schweiß getauchten Bühne des Rockbierfestes zurückgekehrt. Erledigt, ausgepowert und mit der Erkenntnis, das das ihr ultimativ letztes Mal in Honau war. Nach 4 Jahren Dauerbeschallung in Folge, sollte das der endgültige Rückzug aus dem Dorf des Schattens sein. Doch wo Schatten ist, gibt es auch Licht. Denn eine Klausel haben sie sich, spitzfindig wie sie sind, in ihre Äußerungen gelegt.
Zitat aus der offiziellen Pressemitteilung: „Wir spielen noch einmal, wenn zu uns eine Band stößt, bei deren Namen uns der Sabber aus den trockenen Mündern läuft, eine Band, bei der es uns die seit Jahren verschwitzten Schuhe auszieht, eine Band, bei der wir selbst in der ersten Reihe stehen, eine Band, bei der es und es eine Ehre wäre Support zu sein.“ Namen wurden genannt, verworfen, neu ins Spiel gebracht, unzählige Telefonate geführt, Hausklingeln geputzt, gebettelt und geschleimt. Letztendlich war es soweit. Eine Band aus ihrem „Helden-Pool“ sagte ja. Es waren nicht die „Peppers“, dafür aber die unglaublich süßen Bakkushan (Baby du siehst gut aus, Springwut, Alles war aus Gold, um nur ein paar Highlights dieser Kapelle zu nennen) gaben ihnen ihr unmissverständliches Ja-Wort. Die Pfullinger Halunken konnten ihr Glück kaum fassen und begannen sofort damit Tag ein Tag aus sich vor Aufregung in die Hose zu pieschern. Monate vergingen, die Hosen voller, frische Wäsche weniger.
Im Laufe des Jahres gingen beide Bands steil durch die Decke! Scarlet Drawl spielte in verratzten Jugendhäusern; Bakkushan rockte auf dem Bundesvision Songcontest.
Scarlet Drawl fuhr in den Urlaub. Bakkushan fuhr auf Europa-Tour.
Scarlet Drawl spielte Kasperletheater; Bakkusahn spielte sich in die Charts.
Ja man kann sagen, dass sich beide Bands am Nachmittag des 30 April 2011 auf Augenhöhe begegneten.
Soviel zu der Vorgeschichte dieses denkwürdigen Abends, von dem wir nun Erinnerungen, Mythen und Märchen wiedergeben werden.
Nachdem wir von Handarbeit und in Eigenregie die Bühne aufgebaut, verkabelt und ausgeleuchtet hatten, den Backstageraum mit Fressalien und Getränken versorgt sowie das Zelt gebohnert und bestuhlt hatten, trudelte um 16 Uhr ein Bus aus der Hauptstadt Berlin ins schattige Honau ein. Was sage ich Bus. Ein Monster in Grün! Bullig, groß, geräumig, hart -bereift und mit integriertem Fernseher. Ein Fest dies zu bestaunen - ebenso wie die Crew samt Band. Ein Traum ging in Erfüllung. Stars zum Anfassen. Sofort begannen die fleißigen Bienchen (Roadies und Tourleiter) die Bühne zu entern und mit ihren Equipment zu dekorieren. Dann kam irgendwann auch die Band aus ihrem üppig bestückten Backstageraum und testete den Sound im Festzelt. Schön hat das geklungen. Nach zwei Stunden ausgiebigem Checkens waren wir dann an der Reihe und gaben unserm Instrumenten mit zitternden Händen Saures. Als sich unser Sound im Bereich „ohrenbetäubend lärmend“ befand, startet um Punkt 20 Uhr der Einlass. 500 Leute haben wir uns von den Fingern abgezählt.
Nach dem wir uns dann zusammen mit den Herren aus Berlin Backstage auf den Gig eingestimmt hatten, betraten wir Bühne und Effekte. Auch wenn die Massen wohl eher wegen vier anderen Fressen nach Honau gefahren, gelaufen, geflogen oder getorkelt sind, wurden wir doch sehr nett empfangen und mit kräftig Applaus und mitsingenden Stimmen bedacht.
Auch wenn zu unserem großen Ärger musikalisch nicht alles wie vorher ausgemalt verlief, lassen wir uns zu einem ehrlichen „Danke Honau“ hinreißen! Es war uns mal wieder ein Fest!!!
Was nun folgte war 1. eine geile Bakkushan-Show für die 500 Gäste, sowie 2. ein unvergesslicher Abend für uns.
Wir wollen und können nicht mehr allzu viele Worte darüber verlieren, soviel sei in Kurzfassung aber noch gesagt:
Ananas im Raum verteilt, Rotwein-Bitter, Vodka-Menetekel, Jungspunde haben keinen Kater, 30 Jahre Schmid, Menstruation im Klo, das böse Spiel mit dem Licht, nackte Oberkörper, Basketballspiel der Giganten, gewagtes rückenfreies Outfit, wo ist das Hotel?, Hallenboden 7 Uhr, Schlaf negativ, Nasenbluten, Rote Weichbodenmatte, Monster-Schädel, Ende!
Danke an alle die das RBF möglich machen, sowie ganz speziell…
Wilfried „Winni“ Schneider, (ach scheiße, ich wollte doch pissen)
Maggie Schneider (für das ultra geile Catering)
Sofia Stark (Is it me?!)
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