Klinik, Gig usw.

Artist-News vom 31.08.2010

News Nr. 1 von Marc Tyson & Band, gesamt 3
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Klinik, Gig usw.
So da simmer wieder,

es hat mich mal wieder richtig erwischt gehabt. Am Dienstag abend habe ich eine schöne und emotional sehr intensive Kolik bekommen.

Definition: Als Kolik werden stärkste, bewegungsunabhängige, meist wehenartigeSchmerzen bezeichnet, die durch krampfhafte Kontraktionen der glatten MuskulaturHohlorganes verursacht werden, wenn die Muskulatur einem großen Widerstand bzw. einer Blockade entgegenwirkt. „Wehenartig“ bedeutet hier, dass die Schmerzen wellenförmig kommen und sich mit Phasen relativer Beschwerdefreiheit abwechseln.
Quelle: Wikipedia eines

Diese Sache ist mir an sich nicht neu, ich habe dies ja immer mal, aber eigentlich von der Galle. Ich bin also einer der wenigen Männer, die das Diplom zur Befähigung des Kinderkriegens also direkt blanko in der Tasche haben.

Diesmal wollte es aber wieder einmal nicht von allein aufhören. Also fix den Notarzt geholt und schön was spritzen lassen. Dann direkt nach Bad Berka in meine liebste Lieblingsklinik gefahren. Es hätte auch noch Krankenhäuser in der Umgegend gegeben, aber was tut man nicht alles um seine Medizinmänner und -frauen einmal wiederzusehen.

In der Nacht sind wir dann also angekommen und ich habe gleich ein Zimmer mit Südblick bezogen. Bis dahin war Kolik Nr. 4 schon gelaufen und es sollten noch ein paar mehr werden.

Am nächsten Morgen sollte dann eigentlich der Eingriff zum Entfernen des Steins stattfinden. Alle standen schon mit Messer, Hammer, Säge und Axt bewaffnet da, um sich mit mir den Vormittag unterhaltsam zu vertreiben. Da stellte der von mir auch sehr geschätzte Oberarzt Dr. Bert fest, das wir es diesmal mit einem Nierenstein inkl. Nierenrückstau etc. zu tun haben. Also endlich mal was Neues. Da wurde also alles wieder abgerüstet und das Werkzeug wieder in der Klinikgarage verstaut. Kinder was waren wir traurig!

Ich wollte eigentlich am Donnerstag wieder im Pool meines 800qm Spa- und Wellnessbereichs meiner Burg sitzen. Außerdem habe ich gesagt, das ich am Samstag einen extrem wichtigen Auftritt (dazu später mehr) habe, den ich nicht absagen kann. Da kommt dann immer der selbe Spruch: So jetzt werden wir aber erstmal gesund
Nu klar. Der Papst hebt morgen sicher auch das Zölibat auf. Die Frage was denn jetzt passiert, war schnell beantwortet. Abwarten und Tee trinken und zwar im wahrsten Sinn des Wortes. Dies ist die eine Möglichkeit. Die zweite wäre bzw. ist im Moment noch, lange schlauchförmige Instrumente (nicht zum musizieren) in eine sehr sehr enge Körperöffnung hineinzuzwängen, die definitiv nur als Ausgang deklariert ist. WAHNSINN !!! Ich glaube ich möchte das nicht.

Der Samstag rückte langsam näher und somit auch der Gig zur Eröffnung der Confiserie Zimmermann in Erfurt. Großer Vorteil: Veranstaltungsort nur 22km von der Anstalt entfernt. Also nochmal mit den Ärzten gesprochen, ein wenig gebettelt und den Bittebittebitteblick aufgesetzt. Dann die Nachricht: "Ich freue mich Ihnen heute mitteilen zu können, das Ihrem Antrag auf Ausreise..." YEAAAAHHHHHHHHHHHHHHH!!!
Stellte sich nur noch die Frage, was passiert im Falle einer Kolik? Also gabs die Nachtration Drogen schon gleich am Nachmittag. Wegen absolutem Zeitdruck mußten die Tröpfe (MZ-ist das ortographisch richtig?) ein wenig schneller reinlaufen. Kurz vor der Angst kam dann als Vorfreude auf den Abend auch gleich noch ein kleiner Stein geflogen. Juhu. Cool war, das PA und Licht komplett gestellt waren, dies nahm uns ganz schön Stress. Gemischt hat uns Danny und zwar richtig gut. Vielen Dank dafür! Er ist ein Kumpel von Clueso und hat sehr professionell gearbeitet. Also angekommen und erstmal alle begrüßt. Jens Richter, der unser "Betreuer" für den Abend war, hat uns gleich einen 4seitigen Regieplan in die Hand gedrückt. Ich dachte erst na hoi, aber es war alles ganz relaxed, absolut perfekt organisiert und man hat uns richtig gut umsorgt. Gigantisch leckeres Catering und eine sehr entspannte Atmosphäre.

Anlass des Abends war die Eröffnung der Confiserie Zimmermann. Hier werden leckere und hochwertigste kleine Kunstwerke, die man nicht einfach mit dem banalen Namen Pralinen bezeichnen kann, in Handarbeit hergestellt. Knapp 250 Gäste waren geladen. Thema des Abends war Kanada, da die Confiserie Zimmermann eine kanadische Schokoladenmanufaktur ist. Dieser rote Faden zog sich durch den ganzen Abend. Kanadisches Bier, kanadischer Whiskey, kanadischer Lachs, Bisonfleisch und und und. Alles extrem geil und lecker.

Gerald hat dann vorgeschlagen den noch zu erwartenden Nierenstein Fred zu taufen. Fred Feuerstein. Außerdem hat er gemeint, wenn es ein Hühnergott werden würde, könnte ich mir was wünschen, na mal schauen. Ich warte immer noch.

Der Gig selber hat auch viel Spaß gemacht. Wegen meines Zustandes, beeinflußt durch die zwangsweise Verabreichung psychoaktiver Substanzen haben wir diesmal ganz auf eine Setliste verzichtet und direkt aus dem Hut gespielt. Obwohl wir sonst zwar immer eine haben, macht es mir aber halt tierisch Spaß die Jungs zu verwirren, indem ich einfach etwas anderes spiele. Somit war es dann eigentlich doch wie immer.

Es gab außer uns auch noch einen Eiskünstler, der ein kanadisches Ahornblatt inklusive dem Firmenlogo aus einem Riesen-Eisblock gehauen hat und zwei kanadische Polizisten. Die weibliche Polizeifrau hatte rosa Kuschelhandschellen, wenn man da an unsere Plastikkabelbinder denkt, finde ich das eine wirklich gelungene Alternative.
[Leider nicht so gut zu erkennen, aber rechts im Bild seht Ihr ein kanadisches Ahornblatt aus Eis.]
Frau Gräfin Faber-Castell hat moderiert, eine kanadische Indianerin hat kanadischindianisch getanzt, es gab Show-Cooking und und und.

Der Abend ging dann noch urst gemütlich am Lagerfeuer zu Ende. Leider hat mein Einschlußtermin in der Anstalt die ganze Zeit gedrängt. Kurz vor 2 war ich dann wieder in der Klinik. Ein paar Minuten später hätte man Interpol verständigt. Jens hatte mir auch noch ein richtig tolles Paket mit leckeren Schokoladenspezialitäten zurechtgemacht. Ich hatte den Schwestern freimütig versprochen dahingehend etwas in die Wege zu leiten. Obwohl so ein klein wenig wurde ich auch gezwungen, denn andernfalls hätte man mir meine Schmerzmittel gestrichen. Wirklich.

So ich warte jetzt weiter auf Fred und melde mich, sobald ich entbunden habe. Ich hoffe bald, sonst werde ich Montag in eine andere Klinik verlegt und dies möchte ich nicht!

Viele liebe Grüße
Marc

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