Großer Erfolg des „Falkstock-Festivals“
Die dritte Auflage des Musikspektakels auf dem Bastionsdach brachte 3 200 Euro an Spenden ein.
Kirchheim. Vor rund 500 Zuschauern spielten auch in diesem Jahr wieder sieben Bands auf dem Dach der Bastion für den guten Zweck – und um dem 2007 an Leukämie verstorbenen Kirchheimer Sänger Falko Rupprecht musikalische Ehre zu erweisen.
Mit wohl ebenso großer Spannung wie den Verlauf des Festivals selbst, hatten die Organisatoren die Wetterprognosen verfolgt. Am Ende fiel die Entscheidung in allerletzter Minute vor dem Aufbau: Auch in diesem Jahr sollte das Falkstock-Festival auf dem Dach der Bastion stattfinden, wo es sich in den vergangenen beiden Jahren bereits zu einem echten Highlight der Sommersaison entwickelt hatte.
Mit viel Aufwand und Engagement hatten die engsten Freunde des verstorbenen Musikers Falko Rupprecht, gemeinsam mit einem großen Stab an Helfern und der Unterstützung des Clubs Bastion, das Festival auf die Beine gestellt. In einer kurzen Ansprache zum Festival bezeichneten sie diese Veranstaltung als „unsere Art zu trauern“.
Den Auftakt des vielversprechenden Lineups machte um 16 Uhr der Stuttgarter Musiker Matteo Capreoli. Mit der Ankündigung seines bald erscheinenden Debütalbums „Ein Stück vom Weg“ im Gepäck, bewies er dem Publikum, warum er zurecht dabei ist, sich einen klangvollen Namen als Singer-Songwriter zu machen. Seine zugleich einfühlsamen wie rhythmischen Lieder begeisterten das Publikum und lockten weitere Neugierige von den Straßen auf das Dach der Bastion.
Es folgte das Künstler-Trio „Joe Blob“. Mit eingängigen Melodien aus einer Mischung von Funk, Rock und Alternative sowie eindringlichen Texten gelang es auch ihnen, neues Publikum von den Straßen zu ziehen und die Menge wirkungsvoll von den kühlen Temperaturen abzulenken.
Großen Applaus erntete auch die nächste Band, „Folxton“, die mit einer Mischung aus Gypsie-Bluegrass-Irish-Swing-Folk zu begeistern wusste. Besonders der mehrstimmige Gesang und das gekonnte Einsetzen verschiedenster Instrumente, wie Banjo, Mandoline, Geige oder Mundharmonika trafen den Geschmack des Publikums, das nun immer zahlreicher auf das Dach der Bastion strömte.
Das Hip-Hop-Duo „Durchdacht“, das in seiner fünfjährigen Bandgeschichte auch als Vorgruppe von Max Herre oder Samy Deluxe auftrat, zeigte sich vom Hip-Hop der 90er-Jahre beeinflusst und verzichtete mit nachdenklichen Texten gekonnt darauf, Klischees der Szene zu bedienen.
Den Eindruck, dass die Kirchheimer Musikszene über eine Vielzahl hervorragender Nachwuchskünstler und -Bands verfügt, bestätigten auch „Apetown“. Die Mischung aus Alternative, Rock und japanischem Pop wusste derart zu überzeugen, dass sich nun auch die ersten auf die freie Tanzfläche vor der Bühne wagten – vielleicht auch, weil es ab 19 Uhr kaum noch freie Plätze auf den bereitgestellten Bänken gab.
Die ausgelassene Stimmung wussten „Bewegung tut gut“ perfekt als Steilvorlage zu nutzen. Die sechs jungen Musiker um Sänger Harry Delgado versprühten mit ihrer Mischung aus Soul, Funk und Jazz derart viel Energie, dass es kaum noch jemanden auf den Plätzen hielt.
Damit war alles bereitet für den alljährlichen Abschluss des Falkstock-Festivals: Die einst beliebteste Kirchheimer Band „Donnerstag Abend“, der Falko Rupprecht als Sänger angehört hatte, betrat unter großem Applaus die Bühne. Bassist Jan Blankenhorn und Gitarrist Claudio Porcaro hatten wieder Gastsänger um sich geschart: In wechselnder Besetzung sangen Danny Hughes, Stolle, Harry Delgado und Vsevolod Katsnelson die schnellen und rhythmischen Lieder und bescherten dem Gedenkabend so einen großartigen Höhepunkt.
Auch Andreas Kenner vom Club Bastion zeigte sich angetan und drückte die Hoffnung aus, dass es das Falkstock-Festival „auch noch in 20 Jahren“ geben werde.
Die Freunde und Organisatoren konnten ebenfalls zufrieden sein: 3 200 Euro an Spenden kamen zusammen. Diese gehen wie jedes Jahr an die Stefan-Morsch-Stiftung, die seit 1986 die erste deutsche Datei für Knochenmark- und Stammzellspender betreibt. Ziel der Stiftung ist es, potenzielle Stammzell- und Knochenmarkspender zu finden und zu betreuen, um an Leukämie erkrankten Menschen helfen zu können. Damit man den Betroffenen unter anderem durch die Vermittlung von Kliniken oder Ärzten beistehen kann, ist man dort auf Spenden angewiesen.
Weitere Information erhalten Interessierte im Internet unter www.stefan-morsch-stiftung.de.
Pierre Jarawan
www.joeblobrecords.de
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