MUSIK: Probieren und profilieren
„The Pauls“ aus Lütte sehen ihr Album als Zeugnis und Bewerbung an
Mit der jetzt erfolgten Veröffentlichung der Debüt-CD „First Aid“ hat die Band „The Pauls“ die Gründungsphase beendet. Darüber sprach das Quartett – Paul Stöher, Martin Weigel, Thomas Gehricke und Finn Lückoff – mit René Gaffron.
MAZ: Wie sind „The Pauls“ eigentlich zusammengekommen?
Martin Weigel: Mit der Idee, eigene Musik zu machen, ist zunächst jeder für sich unterwegs gewesen. Wir wussten aber voneinander. Alle hatten mehr oder weniger lange Erfahrungen in Bands („The Dirty Mac“, „Excelsis“) gesammelt, die Titel nachgespielt haben. Daran ist nichts zu bereuen, denn es hat ja Spaß gemacht. Doch gab es keine Entwicklung mehr.
Thomas Gehricke: Es gab reichlich Ideen und Elan. Das war spürbar, als ich mit Paul regelmäßig nach Düsseldorf fuhr, wo er bei der Bundeswehr diente und ich mein Schlagzeugstudium absolvierte. Irgendwann brachte er die Noten mit. Es konnte losgehen, die ambitionierten Kollegen waren bald gefunden.
Welche Ziele hat sich die Band gesteckt – möglichst Titel nach eigenen Ansprüchen produzieren oder ein breites Spektrum bedienen?
Paul Stöher: Das muss kein Widerspruch sein. Selbstverständlich soll mit der Platte wie live ein möglichst großes Publikum erreicht werden. Aber allein in den zwei Jahren des Bestehens der Band hat sich der Sound gewandelt. So lassen sich „The Pauls“ in keine Schublade sortieren, sondern probieren aus, profilieren sich und bleiben dabei erfrischend.
Auf dem Album gewinnen die Gitarren die Oberhand. Der „Piano-Rock“ klang anders . . .
Weigel: Die Bezeichnung nutzen wir in der Tat nicht mehr für den Stil. Auf der Bühne steht das Keyboard neuerdings nicht mehr zentral. Dadurch ergibt sich mehr Dynamik, buchstäblich mehr Raum für alle Instrumente.
Gehricke: Gleichwohl haben die Lieder bei der Produktion durch sehr authentische Arrangements gewonnen. Das ist vor allem der professionellen Unterstützung von Jürgen Block zu verdanken. In seinem Keller proben wir regelmäßig, aber die Zusammenarbeit bei den Aufnahmen im Blockhaus-Studio Lütte war nochmals ein Gewinn.
Inwiefern?
Finn Lückoff: Es herrschte kein Zeitdruck, dafür waren optimale Aufnahmebedingungen vorhanden. Mitunter ist trotzdem noch Equipment besorgt worden, um Effekte zu erzielen.
Gehricke: Nicht zu vergessen ist der Einsatz von Christian Schwechheimer. Der „Excelsis“-Trommler hat einen Teil der Lieder für mich eingespielt, damit ich mein Studium zu Ende bringen kann. Aber so hat sich beispielsweise die Gelegenheit ergeben, dass der Titel „All The Things“ mit zwei Schlagzeugen eingespielt werden konnte.
Warum eigentlich englische Texte?
Stöher: Warum eigentlich nicht? – Im Ernst: Melodie und Text müssen klingen. Das geht auf Englisch etwas besser. Letztlich wird aber darauf geachtet, dass die Geschichten nicht trivial daherkommen, vor allem aber in jeder Weise verständlich sind. Dies ist mitunter auf Deutsch genauso schwierig.
Was erwartet die Band „The Pauls“ von ihrer CD?
Weigel: Sie ist zum einen ein Zeugnis für die bisherige Arbeit. Die Produktion gehört zum Handwerk dazu, nicht minder aber der Verkauf. Den zu realisieren, neue Publikumskreise via Radio und Internet, aber auch live zu gewinnen, lautet die daran geknüpfte Hoffnung. Diese andere Seite des Bandlebens war von uns ja als Herausforderung gesucht worden.
Party anlässlich der CD-Veröffentlichung am Donnerstag, 20 Uhr, Burg Eisenhardt (Zisterne), Bad Belzig; Eintritt frei, Freibier; Internet: www.thepauls.de
Steckbrief „The Pauls“
* Die Gruppe „The Pauls“ kommt aus Lütte. Sie ist 2008 gegründet worden.
* Zu dem Quartett gehören: Thomas Gehricke (32 Jahre, freiberuflicher Musiker) – Schlagzeug; Martin Weigel (29 Jahre, wissenschaftlicher Mitarbeiter an FH Brandenburg/Havel) – Gitarre; Paul Stöher (26 Jahre, Mitglied im Stabsmusikkorps der Bundeswehr) – Keyboard; Gesang; Finn Lückoff (19 Jahre, Student) – Bass.
* Nach der EP „The Pauls“ mit fünf Titeln ist nun – unter Mitwirkung von Christian Schwechheimer (Schlagzeug) das Debütalbum „First Aid“ (Erste Hilfe) mit Jürgen Block in dessen Tonstudio in Lütte produziert worden.
* Das Grafik-Konzept hat das Team von Schweiger Design Potsdam erarbeitet und umgesetzt, für organisatorische Unterstützung zeichnet Thomas Nehrkorn verantwortlich.
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