Musik mit Herz und Verstand
„Sonic Avalanche“ haben einen Auftritt in Karlsruhe bei
„Das Fest“
In zwei Kategorien zur besten Nachwuchsband gekürt
Im November 2009 verlassen „Sonic Avalanche“
etwas enttäuscht die Bühne des Karlsruher
„new.bands.festivals“. Die vier Jungs
sind mit ihrem Finalauftritt nicht zufrieden,
denken an verstimmte Gitarren und die starke
Konkurrenz. „Wir hatten irgendwie mehr von
uns erwartet“, sagen sie heute. Und doch hält
der Abend noch eine große Überraschung für
die junge Band bereit: Ihr Auftritt war gut – sogar
so gut, dass die Jury „Sonic Avalanche“
gleich in zwei Kategorien zur besten Nachwuchsband
kürt und sie damit direkt auf die
Bühne von „Das Fest“ katapultiert.
Denn der Hauptpreis des vom Karlsruher
„Jubez“ initiierten Wettbewerbs ist außer einer
CD-Produktion der Auftritt auf einem der
größten Open-Air-Konzerte Deutschlands.
„Die Jungs haben gewonnen, weil ihre Songs
nicht austauschbar sind und sie mit ihrer Musik
etwas glaubwürdiges Eigenes kreiert haben“,
erklärt Organisator Klaus-Peter Weber
die Juryentscheidung. Zudem gewinnen die
Bruchsaler Rocker auch den „Musik ist
Kunst“-Preis, der die Originalität und Kreativität
der Band unterstreicht.
Nun fiebern die vier Musiker, die in Kraichtal
und Flehingen wohnen und in Bruchsal
proben, dem 23. Juli entgegen: An jenem Freitagabend
werden sie sich die Bühne mit
Showgrößen wie Gentleman, Bela B oder
Stanfour teilen. Noch ist nicht klar, welche
Bands zum Freitagabendprogramm gehören –
die Veranstalter geben dies erst in ein paar
Wochen bekannt. Eins aber ist sicher: Bisher
fehlt noch ein Topact und „Sonic Avalanche“
hoffen, dass sich die Gerüchte bestätigen.
Demnach soll Jan Delay am Freitagabend die
Bühne in Karlsruhe rocken (die BNN berichteten).
„Das wäre der absolute Hammer“, geraten
die Jungs jetzt schon ins Schwärmen.
Imitieren wollen sie auf der „Fest“-Bühne
keinen, sondern das Publikum mit ihrem eigenen
Stil umhauen. Der ist geprägt von „progressiv
angehauchtem Rock“, wie es die vier
jungen Männer selbst bezeichnen. „Unsere
Stärke ist das Songwriting, unsere Musik hat
Herz und Verstand“, geben sich „Sonic Avalanche“
selbstbewusst. Überheblich sind die
Jungs aber keineswegs – im Moment knien sie
sich in die Proben, zeichnen per Video ihre
Performance auf und analysieren ihre Bühnenpräsenz.
„Wir müssen noch hart an uns arbeiten,
schließlich wollen wir das Fest auch als
Sprungbrett nutzen“, so die Band. Sprungbrett
bedeutet in diesem Fall, mehr Bekanntheit
zu erreichen und den einen oder anderen
Fan zu gewinnen, vor allem aber auch spätere
Booker von sich zu überzeugen. Dabei blicken
die Musiker schon erwartungsvoll auf ihre für
2011 geplante Deutschland-Tour und hoffen
auf viele Konzertmöglichkeiten aufgrund der
„Fest“-Referenz. Klaus-Peter Weber empfiehlt
„Sonic Avalanche“ jedoch, nicht zu hohe
Erwartungen in den „Fest“-Auftritt zu stecken:
„Das Geschäft ist hart umkämpft, ein
einzelner Gig verhilft selten einer Band zum
großen Durchbruch“, sagt der Experte. Aber
zusammen mit der beim Festival gewonnenen
professionellen CD-Produktion hätte die
Band „zumindest die Chance, von Bookern gehört
zu werden“, meint Weber.
Die Studiowoche steht Ende des Jahres an,
im Moment nehmen „Sonic Avalanche“ jedes
Konzert mit, das geht. „Man muss extrem viel
Zeit in die Band investieren, was neben Job
und Studium oft nicht einfach ist“, geben die
jungen Männer zu.
Aber der Gewinn beim „new.bands.festival“
habe ihnen die Bestätigung gegeben, auf
dem richtigen Weg zu sein. Dieser führt „Sonic
Avalanche“ nun bald auf die bisher größte
Bühne ihrer jungen Karriere. Dort wollen sie
dann auch ihrem hohen Anspruch gerecht
werden, eine gute Show liefern und zufrieden
von der Bühne gehen. Eins versprechen sie
schon heute: Verstimmte Gitarren wird das
Publikum auf dem „Fest“ nicht zu hören bekommen.
Vanessa Wormer
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