Ziel war es, dass du das Album in einem Fluss durchhören kannst.“ sagten die Nerds im LocalCalling Interview. Ein anspruchsvolles Ziel. Aber die Band hat es geschafft und bietet ein Album, das einen von vorne bis hinten ohne Unterbrechung hindurch schickt und dabei einen großartigen Song nach dem anderen reiht. Ein Album voller Lieblingssongs.
Diesen Fluss erzeugen die Nerds dadurch, dass die Songs miteinander verbunden werden. Entweder sie gehen ineinander über oder kleine Zwischenparts wie ein Klavierstück, Regen, Stimmen oder ähnliches erledigen den Übergang. Der erste richtige Bruch wird auch durch einen tatsächliche Bruch visualisiert.
Schon der erste (richtige) Song verdeutlicht wunderbar wofür die Dazy Nerds stehen. Nämlich für Songs voller Dynamik, Leidenschaft und Melodien. Harte und softe Parts wechseln sich ständig ab. Auf eine schön geklimperte Melodie folgt ein knüppeldickes Riff, auf einen gerappten Part folgt ein sanftes Instrumental. Und das alles innerhalb eines Songs. Jeder Song hat mindestens eine kleine Überraschung, eine kleine Besonderheit parat, die ihn heraushebt.
Beg it Up zum Beispiel bietet Rage Against The Maschine Rap vom feinsten, Black Field Range reißt einen aus einem ruhigen Gitarren Teil in einen mörderisch hohem H-Blockx Rap. Task of Joy arbeitet ähnlich.Auf ein hartes Anfangsriff folgt ein sehr ruhiger Ambientpart in dem Jims Stimme ein schöne Melodie zaubert. Die Songs sind sehr vielseitig, klingen aber immer nach Dazy Nerds. Das liegt an der in allen Songs vorherrschenden dunklen Stimmung und dem musikalischen Grundtenor. Der ist zwischen Radiohead, Incubus, Muse und Rage Against The Maschine angesiedelt. Wir haben also ausgefuchste Songstrukturen mit teils komplexen Rhythmen, wir haben Rap und hohen Gesang und wir haben harte Riffs und atmosphärische Parts.
Jims Stimme ist zwar am Anfang recht gewöhnungsbedürftig, erinnert er doch teilweise an Michael Jackson oder Neil Young, fügt sich aber wunderbar ins Gesamtbild, hat man sich erstmal an sie gewöhnt. Mal schnell gerappt, mal frei schwebend, hier ein Schrei, dort ein Flüstern. Genau wie die Musik, ist auch der Gesang sehr vielseitig und dynamisch, passt sich der Stimmung der Songs an und findet fantastische Melodien. Jim kann gut improvisieren, das merkt man.
Den Musikern hört man ihr Können ebenfalls an. Bass und Schlagzeug arbeiten wunderbar zusammen, liefern zum Teil recht vertrackte Rhythmen. Die E-Gitarre knallt mal mit HardCore- und Metallriffs rein, mal klimpert sie über den Bass/Drum Grundstock vor sich hin. Aber immer so, dass alles zusammen passt und ein stimmiges Bild entsteht. Kein Teil wirkt aufgesetzt, alles ist durchdacht.
Der Sound ist klasse. Die CD wurde sauber und gut aufgenommen. Nur ab und zu klingen die Becken etwas arm und schwach. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Booklet, Artwork und Cover sind dafür super und unterstreichen die hohe Qualität dieses Albums. Die Dazy Nerds beweisen mit dieser CD, das sie zu eine der besten lokalen Bands gehören.
quelle:www.mag.jsrockets.com
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