WEITERE REVIEWS ZU "WE ARE SO ATROPHIC"

Artist-News vom 03.03.2010

News Nr. 2 von Left Me Breathless, gesamt 5
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PARTYAUSFALL.DE
http://www.partyausfall.de/reviews.php?article=957

"Die Atrophie bedeutet Gewebsschwund. Sie kann durch Volumen- bzw. Größenabnahme der Zellen oder durch Abnahme der Zellzahl (numerische Atrophie = Hypoplasie) jeweils mit oder ohne gleichzeitige Veränderungen in der Zellstruktur auftreten."

Weder Wikipedia noch das atmosphärisch anmutende Artwork geben mir so recht Aufschluss über den Titel dieses Debüt-Albums der Frankfuter Combo "Left Me Breathless". Vielleicht ist aber auch gerade dies die Absicht der Burschen, denn genauso vielfältig und musikalisch offen ist "We Are So Atrohpic". Vorher schon durch einige nette Live-Shows und vereinzelte Demo-Tracks positiv aufgefallen bestätigt die Band durch dieses Release nun ihren Eindruck als talentierte, innovative und ernstzunehmende Kapelle mit Zukunft.

Geboten wird in dieser halben Stunde eine spannende Fahrt durch die Tiefen moderner, harter, atmosphärischer sowie komplizierter Musik. Man könnte es auch stupide Metalcore/Hardcore nennen, aber das käme dem ganzen nicht gerecht. Fernab von jeglichen Klischees überzeugen die neun Tracks mit viel Abwechslung, klasse Riffs - aber auch einem klaren roten Faden. Der Opener "Assassins" gibt gleich die Marschrichtung vor; leichte Math-Einschläge zu Beginn, dissonanter Verse, psycho-Part als Bridge, Breakdown-artiger Groove-Part, melancholische clean-Gitarren-Klänge samt anschließendem Chorus und logisch-folgerndem Spannungsabbau bis zum Schluss. Die vertrackten Wurzeln des Fünfers werden hierbei v.a. in Punkto Songwriting deutlich, es wirkt aber dennoch stets homogen und keinesfalls aufgesetzt.

Nach ein paar Durchgängen zum Reinhören gefällt diese CD immer besser und man kommt hinter die Idee des Ganzen. Punkten kann Left Me Breathless auch mit der markanten Stimme ihres amerikanischen Frontmanns John Morton, der den Songs mit seinen rauen Stimmbändern ein unverkennbares Gewand schafft. Anspieltipps sind neben dem Opener und dem Titeltrack (mit dezent eingesetzten Synthie-Spielereien) noch "At The End Of Gallows" und "Hold Me For A Ransom", in dessen wunderschönem Mittelteil man gut und gerne in eine Art Traumwelt versinken möchte. "When Vultures Become Prey" schließt den Bogen gekonnt und hinterlässt einen bleibenden Eindruck sowie viele interessante musikalische Einfälle, für die man einfach noch ein paar weitere Male auf Play drücken sollte.

Mal abgesehen vom etwas unorthodox rumscheppernden Bass besitzt die Scheibe zudem eine ansprechende, überaus passende Produktion und es macht von Durchlauf zu durchlauf mehr Spaß.

"Das Gegenteil einer Atrophie ist eine Hypertrophie bzw. Hyperplasie." Vielleicht wäre dies der passendere Titel gewesen, denn schwinden sieht man hier gar nichts. Stattdessen laden die Frankfurter ein auf eine kurzweilige Reise voller frischer Ideen und Abwechslung.
(9/10)



POISONFREE.COM
https://www.poisonfree.com/...e2913b8c7fbf29ebf723

LMB haben mich mit dem vorliegenden Full Length überraschend gut unterhalten. Moderner Hardcore wird hier mit Metal gemischt – im Resultat schon irgendwie Metalcore, aber nicht so nah am generischen Klischee wie zu viele Bands zuletzt.

Zur dieser Mischung werden Emotionen gestreut, die aber nie ins weinerliche abdriften. Mal Midtempo, mal moshig und mal flott oder rockig wird eine gute Bandbreite an Stimmungen und Stilen angeboten, ohne dass die Platte zerrupft wird. Zu allem wird ehrlich und klassisch geschrien, ohne sich irgendwo anzubiedern. Die Double Base ist recht präsent, aber nie nervig eingesetzt.

Der Opener ist ein rotziger Rockiger – ein bisschen könnte sowas auch von Deathwish veröffentlicht werden , denkt man. Dann wirds aber ein bisschen metallischer, mit ein bisschen „anthem-filled“ Gefühlen – und man ist schon beinahe überzeugt, dass das interessant wird. „at the end of gallows“ präsentiert ähnliches: rauhen, modernen Hardcore mit ein bisschen Metalmosh, aber nie wirklich Metalcore. Dazu Abwechslung durch ruhigere Parts, und immer starkes Geschrei. Der Titelsong an Stelle 4 fängt stark an, und traut sich dann sogar mit E-Drum und anderen Stilmitteln zu arbeiten, die man nur bedingt erwartet hätte. Später verzerrt irgendwas gänzlich die Gitarren, das klingt nach Elektro, aber die Jungs können sich das erlauben, weil der Song am Ende doch gelungen ist, und man nicht zu abgelenkt ist. „catharsis“ ist recht gewöhnlicher Metalcore, aber funktioniert dennoch gut, bevor mit „playing hangmean with henchmen“ wieder ein bisschen freier agiert wird: interesante Rhythmen, ein konstant intensives Geschrei und ein angenehm rockiger Chorus mit interessantem Break wissen zu unterhalten. „standing on a weak crutch“ verbreitet durch Melodien in bisschen Melancholie, und funktioniert dennoch. Das Finale in Form von „when vultures become pray“ ist dann nochmal richtig herrlich hymnisch, mit tollen Gitarren und ein bisschen Epik.

Handwerklich ist alles gelungen, was auch für die Produktion gilt. LMB gelingt es, sich vom Hardcore und Metal genau das zu leihen, was man braucht um nicht der 105. Metalcore-Klon zu werden. Die Platte wirkt modern, ohne sich anzubiedern und in ausgetretenen Pfaden zu versumpfen – aber auch nicht wirklich bahnbrechend neu, was man der Band vielleicht bedingt vorwerfen kann.

Ich fands jedenfalls gelungen, und empfehle ein reinhören.



OUTSPOKEN-MAGAZINE.COM
http://www.outspoken-magazine.com/page.php?id=2040

Da mir Left me Breathless bisher kein Begriff waren, ging ich ohne große Erwartungen an dieses Review ran. Was für Mukke macht eine Band die Ihr neues Album „We ar so Atrophic“ nennt (zu deutsch: Wir sind so Zurückgebildet) habe ich mich gefragt…?!

Nun die 5 Jungs aus Frankfurt ballern ganz schön los. „We are so Atrophic“ vereint chaotischen Hardcore aller Converge mit modernen Trashelementen, ordentlichem New-School goboller und durchaus Tanzbaren 2-Step-Parts, hier und da kommt auch mal ein Breakdown zum Einsatz. Hauptsächlich wird das Gaspedal aber komplett durchgedrückt.
Bei aller Härte bleibt der Band aber immer noch Platz für ein paar Spielereien und auch geile Riffs und Melodien kommen hier nicht zu kurz. Sänger John Morton schreit, growlt und keift sich durch die 9 Songs auf dem Album. Und der Mann versteht sein Handwerk.
Wie ein Derwisch fegt er durch die Songs und pustet einfach alles weg was im weg steht.

Vor allem die zweite Hälfte des Albums gefällt mir einfach richtig gut.
Ab und an erinnern mich Left me Breathless an die älteren Unearth Sachen, was ich durchaus für gut heißen kann.

Dafür das „We are so Atrophic“ erst das zweite Release der seid 2006 bestehenden Band ist (voraus ging nur eine EP mit dem Namen „Fashion is a dead cult“) klingt die Scheibe sehr ausgereift und super eingespielt.

Released wurde das Teil am 07.10.2010 über Ampire Records. Der Sound ist rund und es gibt nicht wirklich was daran aus zu setzen.

Abschließend kann ich sagen, dass mir Left me Breathless mit „We are so Atrophic“ wirklich richtig gut gefallen und ich denke, dass jeder der diese Art von Musik mag auch diesen 5 Jungs etwas abgewinnen kann und seine Freunde daran hat…

Alex Outspoken sagt 8 von 10 Punkten

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