Es ist beliebte Tradition innerhalb der Band, das Erbe der klassischen Literatur zu pflegen. Insonders Nils A. Antiknock und Dr. Valentine versorgen ihre Mitstreiter auf Reisen regelmäßig durch gereimte Rhythmen mit guter Laune. Aber auch andere Gelegenheiten bieten sich zu deren Vortrag. Als sich nämlich die besagten zwei Liebhaber kunstgerechter Lyrik nach einem Konzert anschickten, ihr Belohnungsbier zu sich zu nehmen, hinderte sie eine Menschentraube am unmittelbaren Zugriff, denn es gab nur einen einzigen Bierausschank im Saal. Die Künstler, bodenständig und sittsam, stellten sich an. Schließlich, nach langer Durststrecke, erkämpfte sich Nils eine Ecke des Tresens, auf die es allerdings auch zwei scheinbar ebenso durstige Damen abgesehen hatten. Diese waren mit den besseren Ellbogen ausgestattet und beide Herren mussten ihren Bestellwunsch hintanstellen. Mr. Antiknock entschied kurzum, die Damen mit ein paar Heineversen heiter zu belehren:
Gott versah uns mit zwei Händen,
Daß wir doppelt Gutes spenden,
Nicht um doppelt zuzugreifen
Und die Beute aufzuhäufen.
Allerdings kam er nur dazu, die erste Zeile zu rezitieren. Er wurde jäh durch eine der zwei Damen unterbrochen, die ihren Anspruch auf bevorzugte Bedienung sogleich bildhaft unterstrich:
Gott versah uns mit zwei Brüsten.
Frech lachend verschwand sie alsdann mit ihrem Getränk in der Menge. "Unverschämt", befand Nils A. Antiknock schmunzelnd, als er und Dr. Valentine endlich auch ihr Bier in der Hand hielten. "Aber immerhin hat das Metrum gestimmt."
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